Ihr Einstieg in die nachhaltige Mobilitätsplanung

Ein Mann steht am Bahnhof und will mit seinem Fahrrad in den Zug einsteigen.  

Quelle: Adobe Stock/lorenzophotoprojects

Eine nachhaltige, integrierte und strategische Mobilitätsplanung ist komplex. Dafür gibt es Leitlinien und Erfahrungswissen, an denen Sie sich orientieren können. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht zum Einstieg und praktische Tipps für die ersten Schritte.

Nachhaltige Mobilität: Jetzt starten!

Eine zukunftsfähige und umweltfreundliche Mobilität in Städten erfordert sorgfältige Planung. Nachhaltige Mobilitätskonzepte bieten einen umfassenden Ansatz, der sich flexibel an die Gegebenheiten und Bedürfnisse jeder Kommune anpassen lässt. Trotz individueller Voraussetzungen können alle Städte von den Grundprinzipien und bewährten Methoden dieser Planungsvorgänge profitieren.

Was ist ein nachhaltiger Mobilitätsplan?

...und warum lohnt er sich für Ihre Stadt? Welche Ziele verfolgt ein sogenannter SUMP, "Sustainable Urban Mobility Plan", wodurch zeichnet er sich aus und was unterscheidet ihn von einem Verkehrsentwicklungsplan? Hier erfahren Sie mehr darüber.

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Ihre Basis für nachhaltige Mobilität

Ein nachhaltiger Mobilitätsplan ist ein hilfreiches Werkzeug, um die Mobilitätsanforderungen in Städten und Regionen ab 100.000 Einwohnenden besser zu bewältigen und die Lebensqualität zu erhöhen.

Obwohl der Plan auf standardisierten Grundsätzen basiert, passen Sie ihn an die örtlichen Gegebenheiten an. Die Planung gliedert sich in vier Phasen. Der erste Schritt besteht darin, Arbeitsstrukturen einzurichten, der Letzte in der Auswertung aller umgesetzten Maßnahmen. Ausführliche Informationen zu allen Phasen und Schritten finden Sie im Bereich „Loslegen“.

Bevor Sie in die Planungsphase starten, beantworten Sie grundlegende Fragen, etwa:

  • Welche personellen und finanziellen Mittel stehen zur Verfügung?
  • Welche Ziele möchten Sie mit dem Mobilitätsplan erreichen?
  • Welche Akteurinnen und Akteure sollten eingebunden werden?
Illustration zum Einstieg in SUMP zeigt nachdenkliche Person mit Fragezeichen über dem Kopf.  

Quelle: Erstellt im Auftrag des BMV

Bereiten Sie bei Bedarf die Zusammenarbeit mit externer Unterstützung vor. Für größere Aufgabenstellungen sollten Sie frühzeitig Ausschreibungen planen.

Wie gelingt der Einstieg in die nachhaltige Mobilitätsplanung?

Ziel der ersten Phase ist es, eine gemeinsame Grundlage für die Planung zu schaffen, die auf verlässlichen Daten und Informationen basiert. Erstellen Sie dafür eine umfassende Übersicht zur aktuellen Mobilitätssituation Ihrer Kommune.

Illustration zur vorbereitenden Analyse für den SUMP zeigt Zettel, Memos, Paragraphen- und Eurozeichen.  

Quelle: Erstellt im Auftrag des BMV

Wichtige Aspekte für die Analyse:

  • Prüfen Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorschriften.
  • Klären Sie, wer vor Ort für welche Aufgaben verantwortlich ist.
  • Bewerten Sie die verfügbaren finanziellen Mittel.
  • Sammeln und werten Sie relevante Daten und Informationen aus.

Zu den erforderlichen Daten gehören beispielsweise:

  • demografische und wirtschaftliche Daten, etwa Bevölkerungsstruktur, Haushaltsgrößen, Motorisierungsrate oder Beschäftigungsquote
  • Verkehrsinfrastruktur, wie Straßennetz, öffentlichen Verkehrsverbindungen, Fahrpläne oder Zugänglichkeit
  • Mobilitätsverhalten der Bevölkerung, wie zum Beispiel Wegezwecke, durchschnittliche Distanzen oder Geschwindigkeiten sowie
  • Emissionen, etwa Treibhausgase oder andere Schadstoffe.
Illustration zu erforderlichen Daten für einen SUMP zeigt Papiere und Taschenrechner.  

Quelle: Erstellt im Auftrag des BMV

Diese Auswertungen helfen, die Mobilität in Ihrer Stadt besser zu verstehen und Veränderungsbedarf zu erkennen. Auf dieser Wissensgrundlage können Sie messbare Ziele für die nachhaltige, städtische Mobilität festlegen. Außerdem lässt sich der Bedarf an zusätzlicher Unterstützung durch externe Fachleute abschätzen.

Tipp

Erstellen Sie auf Basis der der gesammelten Daten eine SWOT-Analyse, um die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken Ihrer aktuellen Mobilitätssituation einzuschätzen. Die Ergebnisse dienen Ihnen darüber hinaus als wichtige Argumentationsgrundlage für die Entscheidungsfindung im weiteren Prozess.

Gemeinsam planen und gestalten

Ihre nachhaltige Mobilitätsplanung lebt von der Beteiligung. Machen Sie daraus ein Gemeinschaftsprojekt, indem Sie relevante Interessengruppen und die interessierte Öffentlichkeit möglichst umfassend einbinden. Die breite Beteiligung schafft gesellschaftliche und politische Akzeptanz für die notwendigen Veränderungen.

Illustration zur Beteiligung der Öffentlichkeit, die Personen zeigt, die bei einer Präsentation mit Fahrzeugen, sich melden und Fragen stellen.  

Quelle: Erstellt im Auftrag des BMV

Warum Beteiligung wichtig ist:

  • Bürgerinnen und Bürger bringen Alltagswissen, Perspektiven und Vorschläge ein.
  • Fachleute und andere Akteurinnen und Akteure unterstützen mit Daten, Kompetenzen und finanziellen Mitteln.
  • Gemeinsam lassen sich bessere Entscheidungen treffen und die Planung an den tatsächlichen Bedarf anpassen.

So fördern Sie die Beteiligung:

  • Organisieren Sie Foren, öffentliche Beratungen, Debatten oder Workshops.
  • Kommunizieren Sie offen und aktiv über den gesamten Vorgang.
  • Achten Sie darauf, auch unterrepräsentierte Gruppen, wie einkommensschwache Haushalte, zu berücksichtigen.
Illustration zu Kommunikationskanälen bei Öffentlichkeitsbeteiligung, die ein Megafon und verschiedene Symbole wie Briefumschlag oder Sprechblase abbildet.  

Quelle: Erstellt im Auftrag des BMV

Bevölkerung beteiligen

Sorgen Sie für Akzeptanz Ihrer Maßnahmen, indem Sie Interessengruppen und Öffentlichkeit einbeziehen. Hier ein Überblick über Methoden und Werkzeuge.

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Wie beginnen Sie mit der Planung?

Ein nachhaltiger, städtischer Mobilitätsplan ersetzt keine bestehenden Planungen oder Projekte, sondern baut auf diesen auf. Nutzen Sie bereits getroffene Entscheidungen, positive Entwicklungen und vorhandene Ideen als Grundlage für den Planungsprozess.

Unterstützung finden Sie auf verschiedenen Wegen:

Netzwerkarbeit
Tauschen Sie sich über das Nationale Kompetenznetzwerk für nachhaltige Mobilität (NaKoMo) mit Verantwortlichen aus anderen Städten aus. So profitieren Sie von deren Erfahrungen und Lösungen.

Selbsteinschätzung
Nutzen Sie Online-Tool, um den Stand der Mobilitätsplanung in Ihrer Kommune zu bewerten und mögliche Verbesserungspotenziale zu ermitteln.

Beratungsangebote
Einige Bundesländer bieten spezielle Anlaufstellen an, die bei der internen Organisation und Prozessgestaltung beraten.

Praxisbeispiele
Lassen Sie sich von Planungen anderer Städte inspirieren, wie zum Beispiel den Mobilitätsansätzen der Stadt Stuttgart, die ihre Erfahrungen öffentlich zugänglich gemacht hat.

Mobilitätsprüfung per Mausklick

Nutzen Sie das Online-Angebot zur Selbstbewertung und profitieren Sie von Verbesserungsvorschlägen, um Ihren nachhaltigen Mobilitätsplan zu optimieren!

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So entsteht ein nachhaltiger Mobilitätsplan

Grafische Darstellung der Gesamtübersicht einer nachhaltigen Mobilitätsplanung mit 12 Schritten, aufgeteilt in 4 Phasen.  

Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Rupprecht Consult 2019, S. 32, Leitlinien für nachhaltige Urbane Mobilitätspläne (SUMP) Zweite Ausgabe (2019)

Die vier Phasen des nachhaltigen, städtischen Mobilitätsplans bieten Ihnen im Prozessverlauf Orientierung, bleiben jedoch flexibel in der Ausgestaltung. Jede Phase beginnt und endet mit einem Meilenstein. Diese markieren entweder eine Entscheidung oder sind notwendig, um zur nächsten Phase überzugehen. Ein begleitender Bewertungsprozess ermöglicht Anpassungen, falls erforderlich.

Die 4 Phasen einer nachhaltigen Mobilitätsplanung

  • Phase 1 Vorbereitung und Analyse

    Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme Ihrer Mobilitätssituation. Erfahren Sie, wie Sie Arbeitsstrukturen etablieren und wie Sie die aktuelle Mobilitätssituation in Ihrer Stadt analysieren.

  • Phase 2 Strategieentwicklung

    Entwerfen Sie mögliche Zukunftsszenarien und legen Sie die Ziele Ihres Mobilitätsplans fest.

  • Phase 3 Maßnahmenplanung

    Arbeiten Sie konkrete Maßnahmen und Projekte aus. Gestalten Sie einen Umsetzungsplan, der die Finanzierung und Förderung der Maßnahmen einbezieht.

  • Phase 4 Umsetzung und Monitoring

    Setzen Sie die Maßnahmen um und achten Sie auf eine nachhaltige Beschaffung. Kontrollieren Sie kontinuierlich den Fortschritt Ihrer Mobilitätsplanung.

Planungsprozess starten!